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Die Hundeblume von Wolfgang Borchert



Ironisch-poetische Prosa

Fotomit Christoph Sommer
1998 am Theater 1230 Bern

Zunächst aber dröhnt er sich zappend zu... Dann spült ein Kanal das Wort Mitmenschlichkeit vorbei... Dunkel... Streichholz- statt Bildschirmflackern. Ganz phänomenal ist das...
Mit dem Ernst und der Überzeugungskraft spielender Kinder buchstabieren Portmann und Sommer alle Sinnmöglichkeiten eines Eimers und zweier Dutzend Schuhe durch
......
Der Bund, 12. Januar 1998 (Esther Ackermann)

Borchert sass 1942 wegen vermuteter Selbstverstümmelung in Haft und musste Angst davor haben, zum Tod durch Erschiessen verurteilt zu werden. In „Die Hundeblume“ fliessen solche Erfahrungen ein: Dort beschreibt Borchert einen Mann, der an der Isolation im Gefängnis leidet, für den alle Werte in Frage gestellt sind.
Borchert zeichnet diesen Mann gleichzeitig ironisch und naiv, einen zwiespältigen modernen Menschen, der noch an etwas glauben möchte, das aber nicht mehr kann. Da entdeckt er eines Tages beim Im-Kreis-gehen im Gefängnishof eine Blume.
In „Die Hundeblume“ zeigt Borchert einen zum Gefängnis verkleinerten Kosmos, in dem sich das Leben als absurder Kreislauf symbolisiert.

Im Theater 1230 in Bern, des Aufführungsortes, sass das Publikum im Halbrund um den runden Spielort.
Die Produktion ist punkto Bühnenbild und Technik einfach konzipiert: Die Zelle zu Beginn des Stücks ist nur ein Stuhl, auf den der Gefangene fixiert ist. Der Kreis der Häftlinge im Hof wird durch sandfarbene (Farbe der Sandsteinmauern des Theaters) Schuhe symbolisiert.

Im Mittelpunkt der Inszenierung lagen die grotesken und naiven Seiten der Figur des Gefangenen sowie ihre Modernität - auf sich selber zurückgeworfen, findet er keinen Sinn und versucht, sich mit seinem Hass auf den Vordermann abzulenken.
Weiter war das Spiel auf der Szene und mit den Requisiten wichtig, so wird z. Bsp. aus dem Kübel der Vordermann.

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